UK-Arbeitsmarkt schrumpft: KI treibt Stellenabbau in Tech und Finanzen voran

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Der Arbeitsmarkt des Vereinigten Königreichs erlebt eine deutliche Kontraktion, wobei künstliche Intelligenz (KI) als entscheidender Beschleuniger dieses Abschwungs wirkt, insbesondere in technologieintensiven Bereichen. Dieser Trend, der sich vor dem Hintergrund eines schwachen Wirtschaftswachstums und erhöhter Kreditkosten abzeichnet, signalisiert eine tiefgreifende Neuausrichtung der Beschäftigungsdynamik. Da Unternehmen KI zunehmend zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung integrieren, durchläuft die Nachfrage nach traditionellen menschlichen Arbeitskräften, insbesondere in Bürobereichen (White-Collar-Sektoren), eine rasche Transformation, was zu einem spürbaren Rückgang der Stellenangebote und einem Anstieg der Arbeitsuchenden führt.

  • Der britische Arbeitsmarkt schrumpft, mit KI als wesentlichem Faktor.
  • Unternehmen verhängen Einstellungsstopps im schnellsten Tempo seit fast zwei Jahren.
  • Die Vermittlung von Festanstellungen verzeichnete im Juni den stärksten Rückgang seit über 22 Monaten.
  • McKinsey & Co. prognostiziert für KI-exponierte Tech- und Finanzberufe einen Rückgang der Stellenangebote um 38 %.
  • Stellen im Bereich Data Science und Analytik sind seit der Pandemie um rund 50 % gesunken.
  • Einstiegspositionen sind seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 um fast ein Drittel zurückgegangen.

Das breitere wirtschaftliche Umfeld übt erheblichen Druck auf die britische Personalbeschaffung aus. Umfragen deuten darauf hin, dass Unternehmen Einstellungsstopps in dem schärfsten Tempo seit fast zwei Jahren implementieren – ein Trend, der teilweise auf die anhaltenden Auswirkungen erhöhter Lohnsteuern zurückzuführen ist. Daten aus dem Juni zeigten einen signifikanten Rückgang der Festanstellungen, den steilsten in über 22 Monaten, während sich der Pool der verfügbaren Arbeitsuchenden gleichzeitig vergrößerte. Dies spiegelt eine vorsichtige Haltung der Arbeitgeber angesichts der vorherrschenden wirtschaftlichen Unsicherheiten und Kostensenkungszwänge wider.

KIs unverhältnismäßiger Einfluss auf Berufe im Bürobereich

Eine Analyse von McKinsey & Co. unterstreicht die unverhältnismäßigen Auswirkungen der KI auf Berufe im Bürobereich, insbesondere innerhalb des Technologie- und Finanzsektors. Online-Stellenanzeigen verzeichneten beispielsweise in den drei Monaten bis Mai einen Rückgang von 31 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Noch auffälliger ist, dass Berufe, die Technologie und Finanzen betreffen, aufgrund von KI voraussichtlich erhebliche Veränderungen erfahren werden, mit einem Rückgang der Stellenangebote um 38 % – fast doppelt so viel wie in anderen Branchen. Dies deutet darauf hin, dass das Versprechen zukünftiger Produktivitätssteigerungen durch KI, auch wenn es noch nicht vollständig realisiert ist, Unternehmen dazu veranlasst, ihre Personalstrategien neu zu bewerten und bestimmte Einstellungsentscheidungen aufzuschieben, wie Tera Allas, Director of Research and Economics bei McKinseys Büro für das Vereinigte Königreich und Irland, feststellt.

Weitere Erkenntnisse von Job-Suchplattformen bestätigen diese Ergebnisse. Eine Untersuchung von Indeed legt nahe, dass KI die Einstellungsentscheidungen zunehmend beeinflusst, wobei Arbeitgeber die Personalbeschaffung in Bereichen, die direkt an der Erstellung oder Anwendung von KI-Tools beteiligt sind, zurückfahren. Einstiegspositionen, die Aufgaben wie das Zusammenfassen von Besprechungen oder die Dokumentenprüfung erfordern, sind besonders anfällig für die Automatisierung, was zu einem raschen Rückgang solcher Rollen beiträgt, da Unternehmen versuchen, die Betriebskosten zu optimieren. Die Bereiche Datenwissenschaft und Analytik, die stark mit KI assoziiert werden, haben seit der Zeit vor der Pandemie einen Rückgang der Stellenangebote um etwa 50 % verzeichnet. Ähnlich sind Einstiegsgelegenheiten, einschließlich Lehrstellen, Praktika und Junior-Positionen, die keinen Hochschulabschluss erfordern, seit der öffentlichen Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 laut Adzuna um fast ein Drittel gesunken.

Zusätzliche Herausforderungen und sektorale Divergenz

Die rasante Entwicklung der KI stellt eine zusätzliche formidable Herausforderung für Berufsanfänger dar, die bereits mit den anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, inflationärem Druck, ungünstigen Wirtschaftsbedingungen und gedämpftem Geschäftsvertrauen zu kämpfen haben. Wie James Neave, Head of Data Science bei Adzuna, bemerkt, schaffen diese kumulierenden Faktoren eine komplexe Landschaft für Arbeitsuchende.

Im starken Gegensatz zu den Technologie- und Finanzsektoren haben andere Segmente der britischen Wirtschaft, wie Immobilien und Bildung, die traditionell weniger auf fortschrittliche Technologie angewiesen sind, im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Stellenangebote verzeichnet. Diese Divergenz unterstreicht die ungleichmäßigen Auswirkungen der technologischen Integration und wirtschaftlichen Verschiebungen in verschiedenen Branchen und hebt eine dynamische Neugestaltung des britischen Beschäftigungsökosystems hervor. Die aktuellen Trends deuten auf eine längere Anpassungsperiode hin, in der sich Unternehmen und Arbeitskräfte an die transformativen Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz innerhalb eines sich entwickelnden Wirtschaftsrahmens anpassen.