Die Stadt Mathis in Texas, eine Gemeinde mit rund 4.300 Einwohnern, sucht dringend nach Notwasserquellen, da eine sich verschärfende Dürre die Hauptwasserversorgung unbrauchbar zu machen droht. Der wichtigste Wasserentnahmepunkt der Stadt, der Lake Corpus Christi, verzeichnet kritisch niedrige Wasserstände, was Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit zur Entnahme von Trinkwasser aufwirft, ohne die kommunale Aufbereitungsinfrastruktur zu gefährden. Diese Situation unterstreicht eine breitere, eskalierende Herausforderung, vor der Regionen weltweit stehen, in denen der Klimawandel die Wasserknappheit verschärft.
Die unmittelbare Sorge für Mathis ist nicht die vollständige Austrocknung des Sees, sondern die praktische Schwierigkeit, sauberes Wasser zu entnehmen. Mit sinkenden Wasserständen steigt das Risiko, dass Sedimente und Schlamm in die Entnahmesysteme gelangen. Dies könnte zu erheblichen Schäden an den Filtrations- und Wasseraufbereitungsanlagen der Stadt führen, kostspielige Reparaturen erfordern und die Versorgung potenziell noch weiter unterbrechen.
Diese Zwangslage in Südtexas spiegelt ähnliche Wasserkrisen wider, die andernorts erlebt wurden. Im Jahr 2023 sah sich New Orleans mit einem Trinkwassernotstand konfrontiert, als ein verringerter Fluss im Mississippi die Salzwasserintrusion in seine Entnahmestrukturen zuließ. Ebenso kämpft Mexiko-Stadt aufgrund anhaltender Dürre und unzureichender Niederschläge mit historisch niedrigen Stauseepegeln, was die Wasserverfügbarkeit für seine riesige Bevölkerung beeinträchtigt. Diese Vorfälle verdeutlichen die Anfälligkeit städtischer und kommunaler Wassersysteme für sich ändernde Klimamuster.
Der U.S. Drought Monitor hat weite Teile Südtexas als von „mäßigen“ bis „schweren“ Dürrebedingungen betroffen eingestuft, ein Zustand, der seit geraumer Zeit anhält. Der Mangel an ausreichenden Niederschlägen hat die Wiederauffüllung lokaler Seen und Stauseen, einschließlich des Lake Corpus Christi, verhindert. Diese anhaltende Trockenperiode hat die Stadt dazu veranlasst, sofortige Notfallmaßnahmen zu prüfen, um eine kontinuierliche Versorgung ihrer Einwohner mit sicherem Trinkwasser zu gewährleisten.
Aktuelle Prognosen deuten darauf hin, dass der Lake Corpus Christi bis Ende Dezember Pegel erreichen könnte, die für eine effektive Wasserentnahme zu niedrig sind. Als Reaktion darauf initiiert die Stadt ein Projekt zur Bohrung von zwei Notbrunnen. Diese Initiative, die noch nicht begonnen hat, wird beschleunigt, mit der Hoffnung auf eine zügige Genehmigung und Landnutzungsvereinbarungen mit dem Texas Parks & Wildlife Department. Bei Erfolg könnten die Brunnenarbeiten bis Ende Oktober beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Stadtbeamte prüfen parallel weitere Notfallpläne zur Abmilderung potenzieller Engpässe. Dazu gehören die Prüfung von Meerwasserentsalzungsanlagen, ein potenziell kostspieliges Unterfangen, sowie die Machbarkeit der Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwasser. Die Gemeinde ist bestrebt, alle gangbaren Optionen zu prüfen, um ihre Wasserversorgung zu sichern und zeigt damit einen proaktiven Ansatz für eine sich entwickelnde Umweltproblematik.