Der südkoreanische Technologiegigant Samsung Electronics navigiert in einem herausfordernden globalen Wirtschaftsumfeld, was sich in der jüngsten Gewinnprognose für das zweite Quartal widerspiegelt, die die Markterwartungen deutlich unterschritten hat. Dieser verhaltene Ausblick unterstreicht die anhaltenden Auswirkungen der eskalierenden geopolitischen Spannungen und der US-Beschränkungen für Technologieexporte nach China, die die Halbleiter- und Smartphone-Industrie weltweit weiterhin beeinträchtigen.
- Samsung erwartet für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 4,6 Billionen Won, ein Rückgang um 56 %.
- Der Umsatz soll mit rund 74 Billionen Won stabil bleiben.
- US-Exportbeschränkungen für KI-Chips nach China beeinflussen das Geschäft maßgeblich.
- Neue US-Zölle von 25 % auf Waren aus Japan und Südkorea treten am 1. August in Kraft.
- Ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 3,9 Billionen Won wurde angekündigt.
- Die vollständigen Quartalsergebnisse werden Ende Juli veröffentlicht.
Das Unternehmen prognostiziert für das Quartal einen operativen Gewinn von rund 4,6 Billionen koreanischen Won (2,86 Milliarden Euro), was einen erheblichen Rückgang von 56 % gegenüber den 10,44 Billionen Won im gleichen Vorjahreszeitraum darstellt. Trotzdem soll der Umsatz für die drei Monate bis Juni 2025 mit rund 74 Billionen koreanischen Won (46 Milliarden Euro) stabil bleiben.
Analysten betonen, dass Samsungs Schwierigkeiten direkt mit den geopolitischen Handelsdynamiken zusammenhängen. Dan Coatsworth, Investmentanalyst bei AJ Bell, wies auf die erhebliche Anfälligkeit des Unternehmens gegenüber den US-Beschränkungen für den Verkauf von Chips für Künstliche Intelligenz (KI) nach China hin. Diese Maßnahmen, die 2022 von Washington initiiert wurden, um Pekings technologische Ambitionen zu begrenzen, wurden schrittweise verschärft, was nicht nur südkoreanische Unternehmen, sondern auch amerikanische Chiphersteller wie Nvidia betrifft, die auf dem chinesischen Markt tätig sind.
Auswirkungen auf Geschäftssegmente und Geopolitik
Als globaler Marktführer in der Smartphone-Fertigung und dominanter Hersteller von Speicherchips, die für Geräte von Laptops bis zu Servern unerlässlich sind, sind Samsungs Kerngeschäfte direkt betroffen. Insbesondere die Halbleitersparte verzeichnete einen Gewinnrückgang, sowohl aufgrund von Lagerkosten als auch durch die Einführung neuer Zölle. US-Präsident Donald Trump kündigte kürzlich eine 25%ige Steuer auf Importe aus Japan und Südkorea an, die am 1. August in Kraft treten soll, was die Handelslandschaft für große asiatische Exporteure weiter verkompliziert.
Diese Zollankündigung erfolgt trotz vielversprechender jüngster Exportdaten aus Südkorea, wo die Gesamtexporte im Juni um 11,6 % stiegen und einen Rekordwert erreichten, maßgeblich angetrieben durch Halbleiterlieferungen. Dies hatte zuvor Optimismus hinsichtlich des Potenzials des Sektors zur Stärkung der nationalen Wirtschaft geweckt.
Strategische Antworten und Marktentwicklung
Um den Aktionärswert inmitten dieser Widrigkeiten zu steigern, kündigte Samsung auch ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 3,9 Billionen Won an. Solche Initiativen reduzieren in der Regel die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien, was die Nachfrage steigern und den verbleibenden Aktionären einen proportional größeren Anteil am Unternehmen sichern kann. Während der Aktienkurs des Unternehmens bei Börsenschluss in Seoul einen leichten Rückgang von 0,5 % verzeichnete, hat die Samsung-Aktie dennoch Widerstandsfähigkeit gezeigt und seit Jahresbeginn einen Zuwachs von 15 % erzielt. Das Unternehmen plant, seine umfassenden Quartalsergebnisse bis Ende Juli zu veröffentlichen.