Ein kürzlicher paläontologischer Fund in Patagonien hat eine neue Art von Megaraptoren-Dinosaurier hervorgebracht, identifiziert als *Joaquinraptor casali*. Dieser Fund bietet bedeutende Einblicke in eine wenig verstandene Gruppe von räuberischen Theropoden. Das Ergebnis stammt von einem bemerkenswert vollständigen fossilen Skelett, das aus der Lago Colhué Huapi-Formation geborgen wurde, und liefert ein entscheidendes Puzzleteil zum Verständnis dieser urzeitlichen Kreaturen, die Südamerika, Australien und Teile Asiens durchstreiften.
Die Megaraptoren zeichnen sich durch ihre länglichen Schädel und markanten, furchterregenden Krallen aus. Während frühere Fossilienfunde oft fragmentarisch waren, liefert das *Joaquinraptor casali*-Exemplar, das auf etwa 7 Meter Länge geschätzt wird, eine umfassendere anatomische Aufzeichnung. Forscher haben einzigartige Knochenmerkmale identifiziert, die es als neue Art auszeichnen und zu einem klareren Verständnis der Megaraptoren-Vielfalt beitragen. Diese Entdeckung ist besonders wertvoll, um eine bedeutende Lücke in der Fossilienüberlieferung zu schließen und liefert eines der vollständigsten Skelette eines Megaraptoren, das bisher gefunden wurde.
Die Analyse der *Joaquinraptor casali*-Überreste deutet darauf hin, dass er vor etwa 66 bis 70 Millionen Jahren lebte, also nahe dem Kreide-Paläogen-Aussterbeereignis. Das geborgene Fossil enthält auch Hinweise auf seine Ernährung: Ein Gliedknochen eines urzeitlichen Krokodilverwandten wurde in unmittelbarer Nähe seines Kiefers gefunden, was darauf hindeutet, dass er ein Raubtier war, das in der Lage war, beträchtliche Beute zu erlegen. Diese Assoziation könnte Aufschluss über seine ökologische Rolle und Position im prähistorischen Nahrungsnetz seines feuchten Überschwemmungsgebiets-Lebensraums geben. Das Individuum war zum Zeitpunkt seines Todes mindestens 19 Jahre alt, obwohl die Todesursache ungeklärt bleibt.
Die Benennung dieser neuen Art ehrt Joaquin, den Sohn eines der leitenden Forscher, Lucio Ibiricu vom Patagonischen Institut für Geologie und Paläontologie. Dieses wissenschaftliche Unterfangen unterstreicht das fortwährende Bestreben, die Geschichte des Lebens auf der Erde und die komplexen evolutionären Wege ausgestorbener Megafauna zu rekonstruieren.