KI-Schauspieler: Hollywoods Sorge um Kreativität und Jobs

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Die aufstrebende Integration von künstlicher Intelligenz in kreative Industrien löst eine bedeutende Debatte aus, insbesondere in Hollywood, wo die Einführung von KI-generierten Darstellern traditionelle Vorstellungen von Kunst und Arbeit in Frage stellt. Die jüngste Entstehung von „Tilly Norwood“, einer KI-Figur, die von Xicoia, der KI-Abteilung des Produktionsunternehmens Particle6, entwickelt wurde, hat scharfe Kritik vom Screen Actors Guild–American Federation of Television and Radio Artists (SAG-AFTRA) hervorgerufen und eine wachsende Spannung zwischen technologischem Fortschritt und dem Schutz menschlicher Talente verdeutlicht.

Eline Van der Velden, Gründerin von Particle6, präsentierte Tilly Norwood auf dem Zürcher Film Festival und signalisierte damit, was sie als stilles Interesse von Filmstudios an KI-Darstellern bezeichnete. Van der Veldens Äußerungen zur Sicherung einer Vertretung für Norwood in naher Zukunft verstärkten die Bedenken in der Schauspielgemeinschaft und veranlassten SAG-AFTRA zu einer formellen Verurteilung.

Bedenken hinsichtlich der Abwertung menschlicher Kunstfertigkeit

SAG-AFTRA betont, dass Kreativität im Wesentlichen menschenzentriert bleiben sollte und dass die Gewerkschaft entschieden gegen den Ersatz menschlicher Darsteller durch synthetische Alternativen ist. Die Gewerkschaft stellte klar, dass Tilly Norwood kein Schauspieler, sondern ein Computerprogramm ist, das auf der Arbeit professioneller Darsteller ohne deren Zustimmung oder Vergütung trainiert wurde. In der Erklärung von SAG-AFTRA wird hervorgehoben, dass solchen KI-Figuren gelebte Erfahrung und echte Emotionen fehlen, und es wird die Frage aufgeworfen, ob das Publikum an Inhalten interessiert ist, die frei von menschlicher Verbindung sind. Dies wird als keine Lösung, sondern als ein Problem betrachtet, das die Lebensgrundlage von Darstellern bedroht und menschliche Kunstfertigkeit abwertet.

Haltung der Gewerkschaft zu KI und vertraglichen Verpflichtungen

Darüber hinaus hat SAG-AFTRA betont, dass jede Nutzung synthetischer Darsteller den vertraglichen Verpflichtungen der Gewerkschaft unterliegen muss, die Verhandlungen erfordern, wann immer eine solche Technologie eingesetzt wird. Diese Position bekräftigt das Engagement der Gewerkschaft, sicherzustellen, dass die technologische Integration die Rechte und die Vergütung ihrer Mitglieder nicht untergräbt.

Van der Velden verteidigte Tilly Norwood als Reaktion auf die Gegenreaktion als ein Kunstwerk, das Gespräche anregt, ähnlich wie andere Kunstformen, und nicht als direkten Ersatz für menschliche Schauspieler. Sie charakterisierte KI als ein neues Werkzeug, eine „Pinsel“, die kreative Möglichkeiten erweitert und verglich ihr Potenzial mit dem von Animation, Puppenspiel oder CGI. Als Schauspielerin selbst äußerte Van der Velden die Zuversicht, dass KI-Figuren das Handwerk oder die Freude an menschlicher Performance nicht schmälern können.

Die zunehmende Verbreitung von KI-generierten Inhalten im Film ist zu einem kritischen Thema im Unterhaltungssektor geworden. Diskussionen über Schutzmaßnahmen gegen KI-bedingte Arbeitsplatzverluste waren ein zentraler Streitpunkt während des Streiks der Schauspieler im Jahr 2023 und unterstreichen die tiefgreifenden Auswirkungen, die diese Technologie auf die Landschaft der Branche und den laufenden Dialog über ihre ethischen und wirtschaftlichen Auswirkungen hat.