Ägypten: Neuer Hafenfund bei Taposiris Magna enthüllt antike Handelswege

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Eine bedeutende archäologische Entdeckung vor der Küste Ägyptens am Mittelmeer verändert unser Verständnis des antiken Seehandels und birgt das Potenzial, ein lange gesuchtes historisches Rätsel zu lösen. Jüngste Funde in der Nähe des Taposiris Magna Tempels, die über 2.000 Jahre zurückreichen, haben substanzielle Beweise für einen bisher unbekannten untergetauchten Hafen zutage gefördert. Dieser Fund, angeführt von einer ägyptisch-dominikanischen archäologischen Mission, deutet darauf hin, dass Taposiris Magna nicht nur eine religiöse Stätte war, sondern auch ein entscheidender Knotenpunkt im antiken Wirtschaftsnetzwerk Ägyptens, der möglicherweise den Handel und die Verteilung im gesamten Mittelmeerraum ermöglichte.

Die freigelegte Hafeninfrastruktur umfasst einen durch Korallenriffe geschützten inneren Hafen, der durch fortschrittliche Sonarkartierung und Simulationen vor dem Untergang identifiziert wurde. Diese Beweise deuten auf eine funktionierende maritime Zone hin und erweitern die bekannte Geschichte des Tempelkomplexes, der etwa 50 Kilometer westlich von Alexandria liegt. Neben dem Hafen wurde ein Tunnel entdeckt, der den Tempel mit dem Hafengebiet verband und die Rolle der Stätte als aktives maritimes Zentrum weiter festigte. Die Anwesenheit von Stein- und Metallankern sowie zahlreichen Amphoren, die aus dem versunkenen Hafen geborgen wurden und alle aus der Ptolemäerzeit stammen, liefert greifbare Beweise für seine extensive Nutzung für seefahrende Aktivitäten.

Entschlüsselung antiker Handelsrouten

Die Entdeckung ist besonders bemerkenswert, da keine historischen Texte zuvor einen Hafen in Taposiris Magna erwähnten. Forscher gehen davon aus, dass die Entwicklung von peripheren Häfen wie diesem eine strategische Notwendigkeit gewesen wäre, um die Überlastung des Haupt Hafens von Alexandria zu verringern und Ägyptens Zugang zu westlichen Handelsrouten zu verbessern. Dieser Fund liefert wesentliche neue Erkenntnisse und könnte Kapitel der historischen Bedeutung der Stätte neu schreiben, indem er ihre Integration in das breitere Netzwerk mediterraner Hafenstädte und ihre Rolle bei der Verteilung ägyptischer Güter veranschaulicht.

Über seine wirtschaftlichen Auswirkungen hinaus steht die Stätte Taposiris Magna auch im Mittelpunkt einer engagierten, langfristigen archäologischen Suche: der Suche nach dem Grab von Kleopatra VII. Dr. Kathleen Martinez, eine leitende Archäologin der Mission, konzentriert ihre Bemühungen seit zwei Jahrzehnten auf diesen Ort und weicht damit von der gängigeren Theorie ab, dass das Grab in den königlichen Vierteln Alexandrias liegt. Martinez vermutet, dass Kleopatra, um der römischen Gefangennahme zu entgehen und zu verhindern, dass ihre sterblichen Überreste zur Schau gestellt werden, einen weniger auffälligen und religiös bedeutsameren Ort gewählt hätte.

Die anhaltende Suche nach Kleopatras Grab

Martinez‘ Hypothese wird teilweise durch die Entdeckung einer Nekropole in Taposiris Magna befeuert, die 21 Katakomben und zahlreiche mumifizierte Überreste zutage förderte. Sie glaubt, dass dieser Ort, der der Göttin Isis geweiht ist, mit der sich Kleopatra berühmt identifizierte, eine überzeugende letzte Ruhestätte für die letzte Ptolemäerherrscherin darstellt. Während sie die Existenz abweichender akademischer Meinungen anerkennt, bleibt Martinez ihrer Überzeugung treu und betrachtet die laufende Erkundung als einen methodischen Prozess, um ein 2.000 Jahre altes Rätsel zusammenzusetzen. Die archäologische Mission wird ihre Unterwassergrabungen am neu identifizierten Hafengebiet fortsetzen und damit eine neue Phase der Untersuchung einleiten, in der weitere historische Einblicke erwartet werden.