Gaza-Kontroverse: Tech-Riesen im ethischen Dilemma – UNO-Bericht belastet Google & Amazon

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Eine bedeutende Kontroverse hat sich im Technologiesektor entwickelt, die sich auf Anschuldigungen gegen große Unternehmen konzentriert, denen eine angebliche Beteiligung am Konflikt im Gazastreifen vorgeworfen wird. Dieser Streit, der durch einen Bericht der Vereinten Nationen hervorgehoben wurde, hat eine starke Reaktion bei Branchenführern hervorgerufen und unterstreicht die zunehmende Prüfung, der globale Konzerne hinsichtlich ihres geopolitischen Engagements und ihrer Lieferkettenethik ausgesetzt sind. Der Dialog geht über operative Bedenken hinaus und berührt tiefgreifende ethische und humanitäre Dimensionen, die die traditionellen Grenzen der Unternehmensverantwortung infrage stellen.

  • Ein UN-Bericht vom Juni warf großen Technologieunternehmen vor, von der „illegalen Besatzung“ in Gaza zu profitieren.
  • Googles Vertrag „Project Nimbus“ über 1,2 Milliarden US-Dollar mit dem israelischen Militär wurde als zentrales Beispiel genannt.
  • Google-Mitbegründer Sergey Brin verurteilte den UN-Bericht intern als „transparent antisemitisch“ und „zutiefst beleidigend“.
  • Die Autorin des Berichts, Francesca Albanese, wurde von den USA wegen ihrer Handlungen und Aussagen sanktioniert.
  • Die Anschuldigungen führten zu „Verstimmung und Verwirrung“ unter Google-Mitarbeitern und Protesten.

Vorwürfe und der UN-Bericht

Der Auslöser für diese jüngste Debatte war ein im Juni von einem unabhängigen UN-Experten veröffentlichter Bericht. Dieser Bericht beschuldigte Google und seine Muttergesellschaft Alphabet sowie andere Technologiegiganten wie Amazon explizit, Profit aus dem zu ziehen, was er als „Israels Wirtschaft der illegalen Besatzung, Apartheid und nun Völkermord“ gegen die Palästinenser in Gaza bezeichnete. Der Kern dieser Vorwürfe konzentriert sich auf die Bereitstellung kritischer Cloud- und KI-Technologien für die israelische Regierung und das Militär. Insbesondere wurde Alphabets „Project Nimbus“-Vertrag im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar als Schlüsselbeispiel hervorgehoben, der dem israelischen Militär nach den Ereignissen vom 7. Oktober 2023 wesentliche Infrastruktur bereitstellt.

Reaktionen aus der Technologiebranche

Sergey Brin, Mitbegründer von Google, verurteilte den UN-Bericht in einem internen Firmenforum lautstark. Er bezeichnete die UN in Bezug auf diese Themen als „transparent antisemitisch“ und empfand die Anwendung des Begriffs „Völkermord“ auf Gaza als „zutiefst beleidigend“ für jüdische Menschen, die historische Völkermorde erlebt haben. Ein Sprecher Brins bekräftigte, dass seine Kommentare eine direkte Antwort auf einen Bericht waren, den er als „eindeutig voreingenommen und irreführend“ ansah, was eine starke Unternehmenshaltung gegen die Charakterisierung der UN widerspiegelt.

Die Kontroverse um Francesca Albanese

Die Autorin des Berichts, Francesca Albanese, die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, ist selbst eine umstrittene Figur und zog Kritik von mehreren Nationen wegen angeblich antisemitischer Bemerkungen auf sich. Ihr Bericht forderte Sanktionen gegen „Entitäten und Einzelpersonen, die an Aktivitäten beteiligt sind, die die Palästinenser gefährden könnten“, und drängte Unternehmen, Geschäftsaktivitäten und Beziehungen einzustellen, die zu Menschenrechtsverletzungen beitragen, und Wiedergutmachungen zu leisten. Als Reaktion darauf kündigte das US-Außenministerium Sanktionen gegen Albanese an und führte ihre „illegitimen und beschämenden Bemühungen an, das Internationalen Strafgerichtshof zu Maßnahmen gegen US-amerikanische und israelische Beamte, Unternehmen und Führungskräfte zu veranlassen“, wobei es betonte, dass solche Handlungen „politische und wirtschaftliche Kriegsführung“ darstellten, die nationale Interessen bedrohten. Die US-Mission bei den UN hatte sich zuvor gegen die Verlängerung von Albaneses Ernennung ausgesprochen und ein „jahrelanges Muster virulenten Antisemitismus und unnachgiebiger Anti-Israel-Voreingenommenheit“ angeführt.

Interne Auswirkungen und die Rolle globaler Unternehmen

Intern verursachten Brins Bemerkungen Berichten zufolge „Verstimmung und Verwirrung“ unter einigen Google-Mitarbeitern. Diese interne Reaktion ist nicht isoliert, da Google-Mitarbeiter zuvor bereits gegen den Vertrag des Unternehmens mit dem israelischen Militär protestiert hatten und Google vorwarfen, Handlungen gegen Palästinenser in Gaza zu ermöglichen. Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) stellte klar, dass Albanese zwar unter UN-Aufsicht arbeitet, sie jedoch freiwillig und unabhängig tätig ist und ihre Ansichten nicht unbedingt die der UN oder des OHCHR widerspiegeln. Diese anhaltende Situation unterstreicht die komplexen Herausforderungen, denen globale Technologieunternehmen bei der Bewältigung geopolitischer Konflikte gegenüberstehen, indem sie kommerzielle Interessen mit ethischen Überlegungen und den Erwartungen der Stakeholder in Einklang bringen müssen.